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12. Februar 2009

BlueMars präsentierte lebhafte Experten­diskussion beim Medien­Mittwoch

Beim jüngsten MedienMittwoch in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main brachte das Thema Web-TV im wörtlichen Sinne reichlich Bewegung in die geladene Teilnehmerrunde. Unter der Fragestellung: "Wer bringt Qualität ins Web-TV?" diskutierten Achim Apell (Kinowelt Television), Ibrahim Evsan (sevenload) und Michael Wurzer (very.tv) potenzielle Qualitätsmerkmale erfolgreichen Web-TVs in der nahen Zukunft. Einig waren sich die Experten darin, dass Marken mit entsprechenden Angeboten im Markt der Online-Publisher mitmischen können - erforderlich seien dafür allerdings neue, mediengerechte Formate. An guten Beispielen hierfür mangelt es nach Auffassung der Beteiligten noch. Innovativ war hingegen das Format des 86. Medienmittwochs: Die direkte Einbindung von Web-TV-Angeboten sowie der Twitter-Community durch Moderator Christoph Salzig (pr://ip) sorgte für ein unterhaltsames Setting.

Web-TV stehe 2009 vor dem Durchbruch - so jedenfalls lauten breitgefächert verschiedene Expertenmeinungen zur Entwicklung des Fernsehens im Internet. Doch bereits zu Beginn der Veranstaltung wurde schnell deutlich: Beim Thema Web-TV geht es nicht in erster Linie um Fernsehen, es geht vor allem um das Internet als Plattform für verschiedene Medienformate, die heute von fast jedem User erstellt werden können. "Web-TV kann jeder machen, aber nicht jedes Thema ist automatisch eine gute Idee", so Moderator Christoph Salzig. Eine gute Idee - da waren sich jedoch alle einig - ist es, dass Marken Web-TV für ihre Kommunikation nutzen. Marken zwischen Chance und Verantwortung.

Wenn Web-TV 2009 wirklich seinen Durchbruch erlebt, dann dürften Markenauftritte demzufolge einen nicht unwesentlichen Anteil dazu beitragen. In vorderster Front haben dieses Spielfeld - wie so oft - Automobilmarken wie etwa BMW, Mercedes oder Audi für sich entdeckt, die Web-TV schon seit Jahren als Kanal zu ihren Endkunden erfolgreich nutzen. Web-TV dabei allerdings nur als "Recyclinghof" für TV-Spots und Corporate Publishing Material zu nutzen, stellt nach Ansicht der Teilnehmer keinen wirklich Erfolg versprechenden Ansatz dar. Innovationsfreudige Marken könnten die Gunst der Stunde nutzen, wenn sie als Pioniere mit mediengerechten Formaten das offenbar noch höchst unzureichend genutzte Potenzial erschließen.

Qualität definiert sich über Geschichten

Konsens herrschte zwischen den Podiumsteilnehmern vor allem in einem Punkt: Nur weil Internet-TV vergleichsweise billig bzw. kosteneffizient sei, dürfe man nicht der Versuchung erliegen, auch billig produzierte Inhalte anzubieten. Mit der Definition inhaltlicher Qualität taten sich die Beteiligten indes schwer und näherten sich hier vor allem über negative Abgrenzungen an: Keine abgelegten TV-Spots und auch nicht die 1:1 Adaption von semi-interaktiven Formaten wie Shopping-TV öffnen eine konstruktive Perspektive auf die Möglichkeiten. Wichtig sei, laut Michael Wurzer, auch der Hinweis, dass die beste Qualität im Web-TV nicht nutze, wenn man nicht wisse, wie man sie im Internet bekannt, oder noch besser populär mache. Letztlich müsse es im Web-TV um gute Geschichten gehen. In diesem Punkt könne man von klassischen TV-Produktionen lernen. Dann entfalte sich auch die virale Kraft des Internets, wie das Beispiel Horst Schlämmer und VW deutlich gemacht habe.

Tobias Kirchhofer, Managing Partner der Frankfurter Agentur BlueMars, setzt auf einen lösungsorientierten Ansatz: "Web-TV ist für Marken deshalb so spannend, weil wir aus seinen Anfängen bereits wissen, was es leisten kann. Es kann Marken-Erlebniswelten und damit eine neue Dimension der Emotionalität und Relevanz zwischen Marke und Zielgruppen schaffen. Was fehlt sind eigenständige Formate." Eine Aussage, die sich in dem Wunsch Achim Appels widerspiegelt, der in der viel engeren Zusammenarbeit zwischen TV-Machern und Agenturen einen fruchtbaren Nährboden für neue Ideen im Web-TV sieht. Die Forderung nach dieser neuen Art der Kollaboration dürfte das wichtigste Ergebnis der spannenden Diskussion beim Frankfurter Medienmittwoch sein. Alle Infos zu vergangenen und künftigen Veranstaltungen des Medienmittwochs: medienmittwoch.de

Zum Blog des Medienmittwochs: weblog.medienmittwoch.de